Thema: Volkskrankheit Depression
Datum: 09.02.2009 20:10:51 Westeuropäische Normalzeit
Von: Bruno Rupkalwis
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Per E-Mail und auf dem Postwege
Frau
Barbara Ditze, M.A.
Stiftung Deutsche Depressionshilfe
Semmelweisstraße 10, 04103 Leipzig
Volkskrankheit Depression
Ätiologie und Pathogenese
Datum: 09. Februar 2009
nachrichtlich:
Sehr geehrte Frau Barbara Ditze, M.A.,
Sie sind Ansprechpartnerin der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, deren Schirmherr der Komiker Harald Schmidt ist. Ihr Vorstandsvorsitzender ist Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl, er ist auch Sprecher des Kompetenznetzes Depression. Wenn man die Nadel im Strohballen sucht, wird man sie nicht finden, sie befindet sich im Heuhaufen. Ich bin betroffener Vater.
Am 24. Juni 2002 schrieb mir Prof. Dr. Dr. Wolfgang Rutz, Regionalbeauftragter der WHO für psychische Gesundheit in Europa, im Auftrag der damaligen WHO-Generaldirektorin Frau Dr. Gro Harlem Brundtland: "Unglücklicherweise ist, wie Sie sagen, das Wissen über Zusammenhänge von Vitaminen und Biosynthese von Neurotransmittern, z.B. Serotonin, noch immer zu wenig erforscht, es wird gewiss im Mittelpunkt zukünftiger tatsachenorientierter Forschung stehen." Dann weiter: "Ich unterstützte Ihre Anstrengungen in der Hoffnung für eine Entwicklung verstehender Ansätze, einschließlich auch der Ernährungsfaktoren, die im Mittelpunkt wachsenden Interesses und der Forschung zu Depressionen, depressionsabhängiger Morbidität und Mortalität, Belastungen und Leiden stehen. Ich habe soeben ihr Schreiben an den Regionalvorstand für Ernährung weitergeleitet, Dr. Aileen Robertson, für ihre weiteren Kommentare." (Übersetzt aus dem Englischen). Dr. Aileen Robertson hat nicht geantwortet.
1. Frage: Liegen Ihnen diesbezüglich Forschungsergebnisse zum Hirnstoffwechsel vor, z.B. Mangel an essentiellen Stoffen für die Biosynthese der Neurotransmitter (Neuronen, Synapsenfunktionen). Wenn nein, warum nicht? Experten-Antwort: bisher keine
In der Broschüre BMBF PUBLIK (Stand August 2001) wird die Anzahl der in Deutschland an Depressionen leidenden Menschen (von Frau Bundesministerin a. D. Edelgard Bulmahn im Geleitwort) mit mindestens 4 Millionen angegeben. In der Broschüre "gesundheitsziele.de", im Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit (Stand März 2006), wird die Anzahl mit 6,8 Millionen beziffert. Das ist ein Zuwachs von 2,8 Millionen (oder 70 Prozent) in weniger als 5 Jahren (55 Monate). Nun sind knapp drei weitere Jahre vergangen. Rechnerisch könnte die Anzahl um weitere 1,7 Millionen angewachsen sein. "Wissen Experten alles über nichts?", diese rhetorische Frage muss erlaubt sein.
2. Frage: Wo liegen tatsächlich die Ursachen? Experten-Antwort: bisher keine
"Ohne Neurotransmitter ist Denken, Empfinden (Emotion) und Handeln nicht möglich!", das ist mehr als 40 Jahre altes Wissen, jedoch ist es noch immer nicht ins Bewusstsein der Menschen eingedrungen. Laut WHO zieht jede(r) Depressive sechs weitere Menschen in mentale Mitleidenschaft. So steht es auch im Nationalen Suizidpräventionsprogramm für Deutschland. Feststellung: Das deutsche Volk ist krank!
3. Frage: Halten Sie es für sinnvoll, die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (zur Übernahme von Verantwortung) mit den Zahlen schriftlich zu konfrontieren? Experten-Antwort: bisher keine
Auf Grundlage des Weltgesundheitsberichtes 2001 der WHO, darunter "Psychische Gesundheit: neues Verständnis - neue Hoffnung", wurden national Gesundheitsziele gesetzt, daraus entstand das Forum zur Entwicklung und Umsetzung mit der Arbeitsgruppe 9 "Depression", als dem 6. Nationalen Gesundheitsziel (unter Federführung des BMG, Ulla Schmidt, Bundesministerin). Das ist Ihrem Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl bekannt. Die Arbeitsgruppe 9 des Forums "gesundheitsziele.de" hat für das Zielthema Depression Oberziele, Teilziele und Maßnahmen für die Aktionsfelder Aufklärung, Prävention, Diagnostik, Indikationsstellung und Therapie, Stärkung der Patient(inn)en und Betroffenen, Rehabilitation und Versorgungsstruktur entwickelt. Die Gruppe besteht fast ausschließlich aus Psychiatern und Psychologen - aus Fachexperten. Zu den Zielsetzungen gehören nicht Ätiologie und Pathogenese.
4. Frage: Wurde die Ursachenerforschung (Ätiologie u. Pathogenese) zur Volkskrankheit Depression von der Politik (Regierung, Ministerien) in Deutschland aufgegeben und an Privatfirmen übertragen? Experten-Antwort: bisher keine
Als Ursache der Depressionen wird gerade öffentlich im Internet (von Ärzten, Heilpraktikern, Apothekern, Pharmakologen usw.) Hirnstoffwechselstörung als sogenanntes "metabolisches Syndrom" diskutiert. Besser ist der Begriff Zerebralinsuffizienz, den ein Zahnarzt in die Welt setzte. Wenn das zutreffend ist, können Depressionen nicht psychischer Natur sein, es wäre fataler Irrweg mit weltweit Millionen Toten - Massensuizid!
Verantwortung wird heute allgemein an Institutionen delegiert, sie kann jedoch im Besonderen nur von Personen übernommen werden. Hannah Arendt, Jüdin, Philosophin, Schülerin von Karl Jaspers, sah diesen leidigen Zustand 1968 als "Niemandsherrschaft" voraus, und sie fügte gleich hinzu, dass es die tyrannischste aller Herrschaftsformen sei. Zwischenzeitlich sind 40 Jahre vergangen. Die psychologisierte Gesellschaft, in der wir gerade leben, ist fatal, sie macht alle ungewollt zu Antagonisten. Seitdem haben sich rechnerisch etwa 40 Millionen Menschen in den Industriestaaten aus depressiver Verzweiflung umgebracht.
5. Abschließende Frage: Ist weiterer Massenselbstmord bis zum Jahre 2030 die Zukunft unserer Kinder und Enkel? (Die Frage ist weder ironisch noch zynisch.).
Experten-Antwort: bisher keine
Mit freundlichen Grüßen
Bruno Rupkalwis
Eibergweg 3, 25853 Ahrenshöft
Telefon: 04846 / 601 44 87
Internet: www.hirndefekte.de
PS: Die in Kopie aufgeführten Personen mit ihren E-Mailadressen sind ebenfalls an Ihrer Antwort interessiert, weil sie aus beruflichen Gründen Verantwortung tragen, besonders die Mitglieder des Deutschen Bundestags (Gesundheitsausschuss) sowie die Patientenbeauftragte Frau Helga Kühn-Mengel, Psychologin. Bitte senden Sie diesen Personen auch je eine Kopie Ihrer freundlichen Antwort. Es sind schließlich keine Geheimnisse, und das Internet macht's möglich!