Im Vergleich mit der unbelebten Natur fallen eine Reihe von Eigenschaften auf, die allen lebenden Organismen, auch dem Menschen, gemeinsam
sind. Diese Eigenschaften kennzeichnen das für das Leben Wesentliche, sie sind trotz der sonstigen Variationsfreudigkeit der lebenden
Systeme konstant beibehalten worden. Bis jetzt gibt es noch keine allgemein anerkannte Definition vom Wesen des Lebens. Sofern die Versuche
dazu nicht in banalen oder aber zu einseitigen Formulierungen auslaufen, erschöpfen sie sich regelmäßig in der Aufzählung eben dieser für
alle Lebewesen verbindlichen Eigenschaften, die im Ernährungsbereich kurz skizziert werden sollen. Der Mensch ist das Lebewesen mit der
größten Hirnleistung, wobei Denken und Fühlen eine Einheit sind, das Bewußtsein bilden. Das Bewußtsein wird fälschlich als Psyche
bezeichnet
Das charakteristische Baumaterial der Lebewesen wird von Nukleinsäuren, Proteinen (Eiweiße), Lipiden (Fettstoffe) und Polysacchariden (hochmolekulare Kohlenhydrate) gestellt. Die Nukleinsäuren enthalten, in molekularer Form verschlüsselt, die genetische Information, den Struktur- und Funktionsplan des lebenden Organismus. Nach einem von den Nukleinsäuren gelieferten Programm werden u.a. spezifische Enzyme synthetisiert, die als katalytisch wirkende Eiweiße auf chemischem Wege den Struktur- und Funktionsplan verwirklichen. Auf diese Weise werden die angeführten Baumaterialien zusammen mit einer Vielzahl weiterer organischer und anorganischer Verbindungen zu einer strukturellen und funktionellen Einheit, zur Zelle, vereinigt. Die Zelle gilt als kleinste lebensfähige Einheit.
Die Dynamik der Zelle zeigt sich im Stoffwechsel. Durch Enzyme werden die dabei ablaufenden chemischen Umsetzungen katalysiert, reguliert und gesteuert. Die Zellsubstanz wird fortwährend auf- und abgebaut und befindet sich in einem ständigen Fließgleichgewicht. Die beim Abbau entstehenden niedermolekularen Spaltprodukte und weitere organische und anorganische Verbindungen werden laufend mit dem umgebenden Milieu ausgetauscht. In der Regel nimmt die Zelle mehr aus der Umgebung auf, als sie wieder abgibt - ein Prozeß, der das Wachstum zur Folge hat. Im allgemeinen ist der Energiegehalt der Stoffe, die von der Zelle ausgeschieden werden, geringer als der der zuvor aufgenommenen. In Form eines Energiewechsels wird die mit der Nahrung aufgenommene Energie zur Synthese zelleigener Stoffe verwendet oder als Wärme, seltener in anderen Energieformen, wieder an die Umgebung abgegeben.
Gegenüber mechanischen, chemischen, elektromagnetischen und anderen Erscheinungen im Umweltfeld oder im Körperinnern weisen die Organismen Reizbarkeit auf. In vielen Fällen lösen Änderungen innerer oder äußerer Zustände ganze Reaktionsketten aus, deren Endergebnis durch Rückkopplung wiederum von dem reizaufnehmenden System erfaßt wird und so lange eine Antwort auslöst, bis im Sinne einer Regulation ein vom Organismus vorgegebener Sollwert erreicht ist. Norbert Wiener, Kybernetiker, beschrieb 1946 als erster die Regulation in seinem Werk "Kybernetik oder Regelung der Nachrichtenübertragung in Lebewesen und in der Maschine." Das Prinzig ist überall gleich. Wieners angewandte Kybernetik durchdringt die Einzelwissenschaften mit Methoden und Begriffen, z.B. von Naturwissenschaften (Biologie > Medizin), Technik, Ökonomie und Soziologie. Psychologie (Geschwätz) läßt sich nicht regulieren.
Bruno Rupkalwis
Internet: www.hirndefekte.de